Das Tagebuch der Anne Frank 01.12.2018_48

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Weltliteratur ohne Heiligenschein
Monooper von Grigori Frid

Regisseur: Ruben Michael
Beteiligte: Paula Rohde (Sopran), Telmo Mazurek (Musikalische Leitung)

„Das Tagebuch der Anne Frank“ an sich ist bereits ein einzigartiges Werk. Der Komponist Grigori Frid beleuchtet es in seiner Oper zusätzlich musikalisch, für die er einzelne Tagebuchartikel des Mädchens herausgesucht hat. Diese Einzigartigkeit entsteht aber entgegen allgemeiner Erwartungen hauptsächlich nicht durch die Omnipräsenz des Nazi-Regimes oder gar des erwarteten Todes. Im Gegenteil. Es gibt nur wenige vergleichbare Dokumente, die diesen Aspekt derartig in den Hintergrund rücken. Es geht in allererster Linie um das Leben. Viel interessanter als die Angst vor dem Tod durch das Naziregime ist der Wunsch nach Leben der 14-Jährigen Anne, der durch die Enge im „Hinterhaus“ nicht in der Form ermöglicht werden kann, die das Mädchen sich erträumt.

Als ebenfalls Jugendlicher fühle ich mich diesem Stoff sehr zugewandt, da ich ein ähnliches Bedürfnis in mir spüren kann. Würde man mir den „täglichen Auslauf“ nehmen, der mir nicht nur Frischluft und soziale Kontakte, sondern auch Inspiration für meine Arbeit bietet, so würde mir ebenfalls ein wichtiges Lebenselixir fehlen. Es wäre ein sehr durch andere beschnittene und reduzierte Form des Lebens. Hier liegt ebenfalls ein höchst faszinierender und imponierender Aspekt von Annes Schicksal. Wo mein Latein schon lange am Ende wäre, da schafft es Anne, auch die schrecklichsten Lebensverhältnisse als Inspiration aufzusaugen.

Aber auch in anderen Bereichen fasziniert das Mädchen. Ihre augenscheinlich durch ihre Offenherzigkeit sehr sympathische, wenn auch schwierige Art, bewegt ihre Leser. Nicht, weil sie eine Heilige ist, sondern weil sie jede Mutter und jeden Vater unterschwellig auch an die eigene Tochter erinnert. Dabei spricht sie offen Themen an, über die grundsätzlich eher geschwiegen wird. Ihre aufkommende Weiblichkeit, ihre Erfahrungen mit dem eigenen Körper etwa gehören dazu, wie schlussendlich auch die ersten sexuellen Kontakte mit Peter.

Das Lea Drüppel Theater eignet sich hervorragend für die Umsetzung dieser Oper. Die bewegende Entstehungsgeschichte gerade dieses Theaters fordert geradezu unbedingte Umsetzung eben dieses Stoffes an eben diesem Ort. Darüber hinaus muss man eine derart kleine Bühne mit dieser bühnentechnischen Ausstattung lange suchen. Genau diese Proportionen sind ideal für die Umsetzung des Werkes. Gibt es auch in den umliegenden Städten des Ruhrgebiets unzählige Theater mit eigenem Opernensemble, so blieb Haltern bislang nahezu ohne eigene Opernproduktionen. Dies soll sich im Herbst 2018 ändern.

Infos zu den Ticketpreisen

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  • Standard Preis
  • Ermässigter Preis
    Schüler/innen, Studenten/innen, Rentner/innen, Menschen mit Behinderung, Vereinsmitglieder/innen
  • Kinder bis 14 Jahren

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